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Gemeindebrief 2026-3

GemeindebriefMD2026 3Den Gemeindebrief 2026-3 (September, Oktober, November) können Sie lesen, wenn Sie auf den Link klicken. Aus dem Inhalt des Gemeindebriefs:

Das Kreuz der Schuld

Liebe Leserinnen und Leser!

Wir werden regelmäßig aufgerufen, das Kreuz an der richtigen Stelle auf dem Wahlzettel zu setzen. Es geht um unsere zukünftige Regierung. Da sind wir alle gefordert, gut zu überlegen, was wir richtig finden. Dementsprechend sagen wir mit unserem Kreuz, wen wir gern in der Regierung hätten. Gerade als getaufte Christen sollten wir es gewohnt sein, uns jeden Tag Gedanken darüber zu machen, was richtig ist, und unser eigenes Leben danach zu richten.

Ist es dann nicht logisch, dass Christen unbedingt eine christliche Partei wählen sollten? Ist nicht ziemlich klar, welche Parteien schon irgendwie christlich sind, und welche anderen Parteien sicherlich nicht christlich sind? Wir sollen so wählen, wie wir das als Christen mit gutem Gewissen tun können.

Setzt du also dein Kreuz mit einem guten Gewissen an der richtigen Stelle? Ich möchte euch allen versichern: Das gelingt euch NICHT. Ihr macht euch schuldig beim Wählen. Egal, was ihr wählt, sogar wenn ihr lieber nicht wählt: Ihr macht euch schuldig vor Gott. Das hat zwei Gründe.

Der eine Grund seid ihr selbst. Eure Gedanken über das, was vor Gott gut und richtig ist, sind zu oberflächlich. Eure Liebe zu allen euren Mitbürgern, sogar zu denen, die euch nahestehen, ist launisch, selektiv und hat zu wenig Weisheit und Einsicht über Gottes Liebe für sie alle. Jede Demokratie krankt am Egoismus der Wähler, der dazu führt, dass Politiker, die sich für unangenehme, aber nötige Maßnahmen einsetzen, abgewählt werden. Dieser Egoismus ist auch in deinem Herzen. Vor Gott wirst du schuldig beim Wählen. Und das um so mehr, wenn du dir auf deine kluge Wahl etwas einbildest.

Der andere Grund sind die Parteien, die zur Wahl stehen. In jeder Partei haben sich solche Menschen wie du zusammengerauft. Sie engagieren sich mit einer Portion Idealismus, und haben mit viel Strategie und List ein Wahlprogramm gemacht. Weil wir Menschen so sind, wie wir sind, müssen sie alle den guten Schein wahren und sich glänzend darstellen. Sie müssen zugleich klug dosiert der Konkurrenz zusetzen können. Sie wollen vertreten, was für viele gut klingt, und können sich höchstens am Rande mit christlichen Werten befassen. Es gibt keine Partei, in deren Wahlprogramm nicht Dinge stehen, die dem Wort unseres Herrn widersprechen. Egal, wen du wählst, du wirst dabei vor Gott schuldig.

Vielleicht sagst du: „Das ist doch jetzt viel strenger als der Liebe Gott. Man darf nicht so in Extreme verfallen.“ – Dieser Einwand ist der Versuch, das „vor Gott“ durchzustreichen, und nur einen Maßstab zu nehmen, der „vor uns Menschen“ bestehen kann. Damit machen wir uns selbst statt Gott zum Richter. Dann sind wir schnell dabei, uns selbst herauszureden und andere zu beschuldigen.

Jesus hat gesagt, dass auch eine kleine Übertretung vor Gott eine schwere Schuld ist. Jesus selbst und Gottes Wort zeigen uns, was wir so schlecht begreifen: Wie wir vor Gott dastehen. Vor Gott bist du schuldig. Aus der Nummer kommst du nicht heraus.

Es gibt nur einen Ausweg. Gott hat uns diesen einen Ausweg geöffnet. Das tat Gott, indem er selbst sein Kreuz an der richtigen Stelle setzte. Er setzte es auf den Hügel Golgatha. Er setzte es bei uns, bei unserer Schuld, in unser Leben. Das war nicht eine gute Wahl, weil wir so tolle Kandidaten für den Himmel sind. Es war eine teure Wahl, für die Jesus mit seinem Leben bezahlt hat:

Er trug selber das Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt
Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha. (Johannes 19,17)

Dieses Kreuz, das Gott bei uns gesetzt hat, zeigt uns unsere tiefe Schuld. Wir sehen daran: Jesus musste für uns leiden und sterben, damit wir mit Gott ins reine kommen. Jesus, der an diesem Kreuz gestorben ist und auferstanden ist, zeigt uns zugleich, dass wir durch ihn leben dürfen. Durch ihn bedroht uns unsere Schuld nicht mehr, auch wenn sie sich noch jeden Tag auswirkt. Als getaufte Christen sind wir deshalb jeden Tag gefordert uns zu ändern und so gut wir können Gottes Willen zu tun. So leben wir in dankbarer Demut vor Gott.

Ihr / euer Pastor Rudolf Pfitzinger