Den Gemeindebrief 2026-2 (Juni, Juli, August) können Sie lesen, wenn Sie auf den Link klicken. Aus dem Inhalt des Gemeindebriefs:
Die grenzenlose Macht von Jesus Christus
Liebe Leserinnen und Leser!
Gewalt, mit der Menschen rücksichtslos und unrechtmäßig Zwang und Druck auf andere ausüben, macht viel kaputt. Das Wort „Gewalt“ kann aber auch etwas anderes meinen: „Macht, Befugnis, das Recht und die Mittel, über jemanden, etwas zu bestimmen, zu herrschen“ (www.duden.de). Wenn Menschen berechtigt sind, etwas zu entscheiden, und sie ihre Entscheidung auch durchsetzen können, haben sie Entscheidungsgewalt. Es ist für alle gut, wenn sie sinnvoll vergeben und verantwortungsbewusst gebraucht wird.
In der Lutherbibel lesen wir Jesu Worte, der sagt, dass ihm grenzenlose Gewalt gegeben wurde: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.“ (Mt 28,18) Viele andere Bibelübersetzungen nehmen den Begriff „Macht“ anstelle von „Gewalt“. Gemeint ist: Jesus hat das Recht und die Befugnis bekommen, über alles zu entscheiden und zu urteilen. Und Jesus hat die Macht und die Mittel bekommen, überall seine Entscheidung zu vollziehen und durchzusetzen. Das ist unbegreiflich! Es bedeutet: Jesus ist so mächtig wie Gott. Er hat die Gewalt und Macht Gottes. Jesus hat grenzenlose Gewalt bekommen, der keine Gewalt nutzte, um sich größtes Unrecht und gröbste Gewalt vom Leib zu halten, der am Kreuz starb, der unsere Sünde auf sich nahm.
Er sagt: Ihm ist alle Gewalt „gegeben“. Er hat die Macht und Gewalt nicht für sich gefordert oder an sich gerissen. Gott Vater und Jesus Christus haben tiefstes Vertrauen zueinander, weil Jesus nicht nach dem greift, was er haben kann, und weil Gott ihm seine grenzenlose Macht gibt.
Die Taufbecken in den Kirchen sind eine Folge dieser Worte von Jesus: Weil Jesus alle Gewalt gegeben wurde, sollen überall und zu allen Zeiten Menschen zu seinen Jüngern werden, indem sie lernen zu beherzigen, was er gesagt hat, und indem sie getauft werden. Das Taufbecken auf dem Titelbild trägt das Christusmonogramm und rechts und links davon die Buchstaben Alpha und Omega. Das bedeutet: Christus herrscht von Anfang bis Ende. (Offb 22,13)
Aber dieses Taufbecken ist vergänglich. Es hat sogar ausgedient, denn in der Kirche in Greiz, in der es steht, werden keine Gottesdienste mehr gehalten, und sie muss verkauft werden. Das Taufbecken hat seine Zeit gehabt. Aber die Taufen, die an ihm gespendet wurden, sind Gaben dessen, der zu allen Zeiten und überall Macht, Befugnis, Recht und Mittel hat, unser Leben in die Ewigkeit zu retten. Sein Wort, das an diesem Taufbecken gesagt wurde, verhallt nicht. Jesus Christus vergisst es nicht und er steht dazu.
Was Jesus, dem alle Gewalt gegeben ist, gesagt hat, das wurde uns überliefert. Menschen haben seine Worte weitergesagt, aufgeschrieben, oder gesammelt. Dabei haben sie Spuren ihrer eigenen Prägungen darin hinterlassen. Trotzdem wissen wir, dass Jesus alle Macht hat, sein Wort zuverlässig überliefern und bis zu uns ankommen zu lassen. Weil Jesus alle Gewalt gegeben wurde, dürfen wir der Überlieferung seines Wortes vertrauen. Dabei vertrauen wir eigentlich ihm. Was er gesagt hat und seinen Aposteln aufgetragen hat, lässt er auch uns hören. Der Heilige Geist lässt sein Wort nicht in Vergessenheit geraten.
Wenn wir große Veränderungen erleben, sehen wir ganz subjektiv aus unserer Warte Altes untergehen und Neues stärker werden. Automatisch rechnen wir vieles, was Jesus gesagt hat, dem Alten zu, das untergeht. Aber das ist ein Irrtum. Jesus Christus wurde alle Gewalt gegeben, überall. Er ist bei uns, „alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Mt 28,20) Die Symbole Α‑☧‑Ω bedeuten: Es gibt keine Zeit, in der Jesus nicht mehr meint, was er sagt und was er durch seine Boten hat sagen lassen. Wie gut ist es, dass wir Ihn beim Wort nehmen können und seinem Wort sogar unser Leben anvertrauen dürfen!
Ihr / euer Pastor Rudolf Pfitzinger
